Urban Void
Brachflächen als Potenzial — ein Entwurf für temporäre und permanente Aneignung.
Der Ort
Berlin hat viele Leerstellen. Nicht nur politisch — räumlich. Brachflächen, ungenutztes Gleisgelände, Parkplätze, die auf bessere Zeiten warten. Mein Entwurf befasst sich mit einem solchen Ort: eine 1,2 Hektar große Fläche in Neukölln, die seit Jahren hinter einem Bauzaun liegt.
These
Brachflächen sind keine Probleme. Sie sind Möglichkeitsräume. Aber um sie zu aktivieren, braucht es nicht sofort einen Masterplan — es braucht Stufen. Mein Konzept unterscheidet drei Phasen:
Phase 1: Öffnung. Der Bauzaun kommt weg. Minimale Infrastruktur: Wasser, Strom, befestigte Wege. Die Fläche wird zugänglich — als Wiese, als Treffpunkt, als Möglichkeit.
Phase 2: Aneignung. Temporäre Strukturen: Container-Ateliers, eine Gemeinschaftsküche, ein Workshopraum aus Gerüstbau. Die Nachbarschaft gestaltet mit. Wer kommt, bringt Nutzungen mit.
Phase 3: Verfestigung. Was funktioniert hat, wird permanent. Holzbauten ersetzen Container. Ein Nachbarschaftshaus entsteht. Die temporäre Nutzung informiert den permanenten Entwurf — nicht umgekehrt.
Erkenntnis
Der schwierigste Teil dieses Entwurfs war, nicht alles vorzugeben. Als Architektin will man gestalten, definieren, festlegen. Aber hier war das Gegenteil gefragt: Rahmen setzen und Raum lassen. Kontrolle abgeben, ohne Beliebigkeit zuzulassen.