SAHA — Adaptive Housing
Wie kann modulare Struktur Wohnflächen schaffen, die sich an verändernde Lebensformen anpassen?
Ausgangsfrage
Die durchschnittliche Wohndauer in deutschen Großstädten sinkt. Gleichzeitig steigt die Diversität der Haushaltsformen: Alleinerziehende, WGs, Mehrgenerationenhaushalte, Paare ohne Kinder, Home-Office-Nutzung. Die Frage, die mich beschäftigt hat: Wie kann ein Gebäude diesen Wandel nicht nur aushalten, sondern aktiv unterstützen?
Konzept
SAHA (vom arabischen „Hof") basiert auf einem Prinzip: feste Kerne, flexible Zonen. Die tragenden Elemente — Treppenhäuser, Nassräume, Installationsschächte — sind permanent. Alles dazwischen kann umgebaut werden: leichte Trennwände, verschiebbare Module, Möbel als Raumtrenner.
Das Gebäude hat fünf Geschosse, eine offene Erdgeschosszone für gemeinschaftliche Nutzung und ein Dachgeschoss mit geteiltem Arbeitsraum. Die Wohnungen sind in drei Größen skalierbar — 35 m², 55 m², 80 m² — und können durch einfaches Umsetzen von Modulwänden angepasst werden.
Material & Konstruktion
Holz-Hybrid-Bauweise: Brettsperrholzdecken auf Stahlbetonkernen. Die Fassade ist eine hinterlüftete Holzlattung, die mit der Zeit patiniert. Bewusste Entscheidung gegen geputzte Oberflächen — das Gebäude soll altern dürfen.
Was ich gelernt habe
Flexibilität klingt einfach, ist aber konstruktiv komplex. Jede verschiebbare Wand braucht ein System: Schienen, Anschlüsse, Akustik-Lösungen. Die größte Herausforderung war nicht der Entwurf, sondern das Detail. Und genau dort entscheidet sich, ob Flexibilität funktioniert oder nur behauptet wird.