Threshold
Eine Untersuchung von Schwellen als architektonischem Prinzip zwischen innen und außen.
Fragestellung
Was passiert an der Grenze zwischen innen und außen? Nicht als technische Frage — da geht es um Dichtung und Dämmung — sondern als räumliche: Wie erleben wir den Übergang? Was macht eine gute Schwelle?
Recherche
Ich habe 15 Schwellensituationen in Stuttgart dokumentiert und analysiert: Hauseingänge, Ladenübergänge, Kirchen-Portale, Parkzugänge. Was ich festgestellt habe: Die besten Schwellen sind nie abrupt. Sie schaffen einen Zwischenraum — einen Moment des Ankommens, bevor man wirklich drinnen ist.
Die japanische Architektur kennt dafür den Begriff engawa: den Bereich zwischen Innen und Außen, der beides ist und keines. Nicht Terrasse, nicht Flur — ein eigener Raumtyp.
Entwurf
Mein Entwurf — ein kleines Gemeindehaus in Stuttgart-West — organisiert sich um eine zentrale Schwellenzone: ein überdachter, aber offener Bereich, der Straße und Gebäude verbindet. Stampflehm-Wände filtern Licht und Schall, perforierter Stahl erzeugt Schattenmuster, die sich über den Tag verändern.
Der Raum hat keine feste Funktion. Er ist Eingang, Aufenthaltsort, Begegnungszone — je nach Tageszeit und Nutzung. Genau das war das Ziel: ein Raum, der nicht vorgibt, was in ihm passiert.
Reflexion
Die Thesis hat mir gezeigt, dass die interessantesten architektonischen Momente oft zwischen den definierten Räumen liegen. Nicht im Wohnzimmer, nicht auf der Straße — sondern dazwischen. In der Schwelle.